Frauengruppe

In unserer Selbsthilfegruppe haben sie auch die Möglichkeit an der Frauengruppe teilzunehmen.

Unter dem Motto " Frauen helfen Frauen " erfahren sie Hilfe durch die Schilderung von eigenen Erlebnissen und durch den Austausch von Erfahrungen.

In gemischten Gruppen sind Frauen meistens weniger vertreten oder haben Probleme, sich gegenüber der Männerüberzahl Gehör zu verschaffen.

Darüber hinaus bestehen Hemmungen, tiefe Ängste vor seelischer, körperlicher und sexueller Gewalt, intime Probleme und auch Unsicherheiten im Umgang mit dem Partner anzusprechen.

Hier will die Frauengruppe durch einen speziell den Frauen geöffneten Gesprächskreis Abhilfe schaffen.


Eine der wesentlichen Aufgaben sehen die Frauen in der Arbeit an ihrer Persönlichkeitsentwicklung.

Der richtige Umgang mit Schuldgefühlen ( ich bin nicht Schuld am Trinken meines Partners ) ist dabei gleichzeitig eine Präventivmaßahme, um Rückfallgefahren des Betroffenen vorzubeugen.

Schauen Sie doch einfach mal vorbei ...

Die Frauengruppe trifft sich jeden 1. Dienstag im Monat um 19.30 Uhr im Krummenhof Stemmer, Zum Schulkamp 1, 32425 Minden.

Ansprechpartner ist Gertrud Heuer die sie unter Tel.: 0571 - 45819 erreichen.

 

 

Das gestohlene Leben 

Reden über das gestohlene Leben, das geht nirgens so gut wie in der Frauengruppe. Einmal im Monat kommen hier die Frauen zusammen, deren Männer ein Alkoholproblem haben. Seit dem 9. Oktober 1998 trifft sich die Abstinenzgruppe Stemmer Friedewalde e.V. wöchentlich im Krummenhof in Stemmer. Von anfangs 7 ist die Gemeinschaft mittlerweile auf ca. 60 Mitglieder angestiegen. Die Frauengruppe hat einen speziellen Abend am ersten Dienstag im Monat eingerichtet. Bei ihren Treffen stehen Wasser, Saft Cola und Kaffee auf dem Tisch, doch lustig wird es beim Treffen der Abstinenzler auch ohne Alkohol. Bis dahin war es jedoch ein weiter Weg.

"Die schönsten Jahre dahin"

   Laut Umfrage einer Apothekenzeitschrift trinkt rund ein Drittel aller deutschen Männer täglich Bier. Und ganz sicher würde kaum einer sich den Vorwurf des Alkoholmissbrauchs schmecken lassen. Die Sucht wird meist auf dem Rücken der Frauen und Kinder ausgetragen.  "Nach 30 Jahren an der Flasche ist mein Mann nun seit 14 Jahren trocken. Doch keiner will hören, was ich empfunden habe"

Diese Erfahrung haben alle Teilnehmerinnen der Selbsthilfegruppe gemacht. Jahrelang haben sie zu allem geschwiegen, weil sie ihren Mann und den Ruf der Familie beschützen wollten.  Sie werden Co-Abhängige genann, einige von ihnen waren aber aucg selbst alkoholabhängig.

Die älteren Frauen der Selbsthilfegruppe glauben, dass jüngere eher geneigt sind aus der Tretmühle "Alkoholikerehe" auszubrechen. Zum einen seien sie finanziell meist unabhängig, auf der anderen Seite wäre ihr Pflichtbewustsein, eine Ehe zu erhalten, nicht so ausgeprägt. Über eines sind sich die Frauen im Rentenalter ebenfalls einig: Die schönsten Jahre sind dahin. Sie aber saßen zu Hause und wahrten die Hülle eines vermeintlich heilen Familienlebens.

  "Imme gab es Gründ dazubleiben und keine Entscheidung zu treffen", so eine der etwa 10 - 12 ständigen Teilnehmerinnen. Und meint: "Wir haben uns doch alle selbst belogen." Doch mit dem Tag X, dem ersten Tag ohne Alkohol, fangen die eigentlichen Schwierigkeiten oft erst an. Machtkämpfe sind an der Tagesordnung, denn der Umdnkprozess bei beiden Partnern ist gewaltig, erklärte die Gruppenleiterin Gertrud Heuer. Sie moderiert die Abende, trägt besinnliche und aufrüttelnde Texte vor und organisiert mit anderen Vorstandsmitgliedern weitere Aktivitäten wie Knobeln, Stippgrützeessen, Tagesausflüge und vieles mehr. In die Öffentlichkeit treten die Abstinenzler alle 2 Jahre mit ihrem Stand beim Kartoffelfest in Stemmer.

 

Fast alle Frauen bedauern, dass die Sucht des Ehemannes auch das Leben der Kinder beeinträchtigt hat.